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Reportage: Dreiste Abmahn-Abzocke der Kanzlei Rotermund (Hamburg), ermöglicht durch 'seine Selbstherrlichkeit' Richter Dr. Steinmetz (AG Hamburg)

Wenn man die GOOGLE-Bildersuche nutzt und das Suchwort 'Brötchen' eingibt, findet man Hunderte und Aberhunderte von Bildern von Brötchen, weiß oder vollkorn, rund oder oval, belegt oder unbelegt, einzeln oder im Körbchen. Als erstes Bild in der GOOGLE-Auswahl findet man (derzeit) ein Foto, das in unseren Augen eher 'unscheinbar' wirkt, wenn man es mit anderen Fotos in dieser Auswahl vergleicht, aber es ist dennoch ein sehr 'spezielles' Foto! Es stammt von der Seite www.marions-kochbuch.de - und da liegt das Problem: Wer meint, es sei doch "nur das Foto von einem Brötchen" und daher meint, es sei sicher nicht weiter schlimm, dieses Foto in irgendeine Illustration auf der eigenen Homepage einzubauen, für den gibt es sehr bald ein böses Erwachen, denn dieses Foto ist teuer, extrem teuer, und die Tücke besteht darin, dass man ihm das einfach nicht ansieht. - Vermutlich würde die Verwendung jedes anderen von diesen Hunderten von Brötchen-Fotos im äußersten Fall vielleicht den Hinweis per Email zur Folge haben, dass das Foto urheberrechtlich geschützt sei und daher ohne Erlaubnis nicht verwendet werden dürfe. Doch bei diesem Foto ist das anders: Da werden für den kalt erwischten 'Urheberrechts-Verletzer' satte 500 € an Lizenzgebühren und noch einmal satte 500 € an Abmahngebühren der Kanzlei Rotermund fällig. Das ist bitter! Besonders, wenn man weiß, dass man die Lizenz für ein Brötchen-Foto bei photocase.de für etwa 50 Cent haben könnte ...

In zahlreichen BLOGs und Foren im Netz wird diese 'Brötchen-Abmahnung' (und alle gleich gelagerten Abmahnungen der Kanzlei und ihrer beiden Mandanten, gehe es um Rinderbraten, Christstollen oder was auch immer) seit einigen Wochen diskutiert. Es soll mittlerweile mehr als 800 solcher Abmahnungen der Kanzlei Rotermund im Auftrag von Marion Knieper und ihrem Mann Folkert Knieper geben! Guter (Neben-) Verdienst ...

Hier eine Auswahl von Links zu BLOGs und Foren, die sich mit diesen Abmahnungen beschäftigen (einige davon sind aufgrund von zusätzlichen Abmahnungen, die sich auf die Berichterstattung über diesen Fall in den jeweiligen BLOGs bzw. Foren beziehen, derzeit nicht abrufbar, andere Artikel in betroffenen Foren wurden 'nur' zensiert - ein Beispiel für eine solche Zensur finden Sie hier - pdf-Datei mit einem Screenshot):

http://www.bundesligaforen.de/board.php?boardid=203
http://www.bundesligaforen.de/thread.php?threadid=9014
http://www.bundesligaforen.de/thread.php?threadid=9006
http://www.finger.zeig.net/2007/01/10/nun-hats-mich-erwischt
http://www.mein-parteibuch.de/2007/01/12/fingerzeig-blog-wegen-broetchenfoto-abgemahnt/
http://www.nerdcore.de/wp/2007/01/13/marions-fotoscript/
http://www.ra-blog.de/2007/01/13/ein-brotchen-fur-6000-euro/
http://www.pcfreunde.de/artikel/detail-18-1/interview-marion-knieper-marions-kochbuch.html
http://www.pcfreunde.de/forum/thema-2332-1/
http://www.firstbreeze.com/TI-Privatordner/Blogs/Hausbau/Archive/2006/12/froehliche-weihnachts-abmahnung
http://neinjaerledigtlos.wordpress.com/2007/01/14/abmahnung-gegen-fingerzeig/
http://abmahnung.blogger.de/stories/661809/
http://webthemen.de/16.01.2007.marions-kochbuch-im-abmahnwahn.html
http://grendelsen.net/tao/?p=337
http://www.jensscholz.com/2007/01/bldchenabmahnung.htm
http://eldersign.de/2007/01/13/byebye-marion/
http://zappi.wordpress.com/2007/01/12/ein-konigreich-fur-ein-brotchen/
http://www.woweezowee.de/2007/01/16/rinderbraten/

Hier ein

Auszug aus einem Erlebnisbericht eines Betroffenen:


Zitat
Wie soll ich hier anfangen? Am besten mit dem den Brief den ich am 11. Dezember 2006 erhalten habe. Ein kleiner Schock kurz vor Weihnachten. Ich dachte, ich wäre einen Teil meines Weihnachtsgeldes los als ich den Absender sah und den Betrag, den ich an dem Absender - bevollmächtigt von Herrn Folkert Knieper - überweisen sollte.

Aber hier erst mal die Fakten:

Aktenzeichen RK 06/00147 CA/K/CA

Es wird von mir verlangt, dass ich 979,40 € auf das Konto der Rechtsanwaltskanzlei Rotermund überweise, weil ich ein Bild von Marion Knieper's Online-Kochbuch auf meiner Webseite verwendet hätte. 520,00 € wären für die Bildnutzung und 459,40 € für die Kanzlei Rotermund. Zahlbar bis zum 18. Dezember 2006.

Zusätzlich sollte ich eine Unterlassungverpflichtungserklärung unterschreiben und an die Kanzlei Rotermund zurück senden. Ich soll mich, laut der Erklärung, gegenüber Folkert Knieper verpflichten "… es der Meidung einer für den Fall der Zuwiederhandlung - unter Ausschluss des Einwands des Fortsetzungszusammenhangs -zu zahlenden Vertragsstrafe von 6.000,00 € zu unterlassen, folgendes, vom Gläubiger hergestellte Foto "Chillisauce" … - hier war dann die Abbildung - …und/oder Teile davon ohne Erlaubnis öffentlich zugänglich zu machen und/oder öffentlich zugänglich machen zu lassen und/oder das Foto und/oder Teile davon ohne Erlaubnis zu vervielfältigen und/oder ohne Erlaubnis vervielfältigen zu lassen; …dem Gläubiger eine fiktive Lizenz in Höhe von 520,00 € als Schadensersatz zu zahlen; … die Kosten der Kanzlei Rotermund, … Hamburg, für die Abmahnung vom 8. Dezember 2006 in Höhe von einer Geschäftsgebühr zuzüglich Auslagenpauschale auf Basis eines Gegenstandswertes von 6.000,00 €, insgesamt 459,40 € zu erstatten.

Beigefügt war dann noch die Vollmacht von Herrn Folkert Knieper.

Das Schockt natürlich im ersten Moment und ich kann mir vorstellen, dass die meisten innerhalb der Frist zahlen und die Unterlassungverpflichtungserklärung zurückschicken würden. Schnell verdientes Geld.

Es brachte mir erst mal eine Nacht mit wenig Schlaf und in diesem Zustand zu Arbeiten ist nicht gerade toll. Ich stelle mir vor, dass so einige nun sagen werden: "Wenn er das Bild nun wirklich verwendet hat, dann muss er auch zahlen". Das ist in unserem Rechtssystem ja auch so vorgesehen.

Aber nun der Hammer: Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich die Abmahnung erhielt, habe ich noch nie von dem Online-Kochbuch von Frau Knieper gehört oder gesehen. Und ich komme viel rum im Internet. Ich arbeite in der IT-Branche und habe so einige Kollegen die auch mit dem Internet zu tun haben und viel surfen. Das Kochbuch kannte bis dato keiner von denen. Es gibt natürlich eingefleischte Nutzer dieser Seite, aber nicht in meinem Bekanntenkreis.

Ich habe ja auf meiner Homepage ein paar Thailändische Rezepte veröffentlicht. Unter anderem auch, wie man diese Chilisoße macht, die man sonst nur im Asia-Shop kaufen kann. Hier hatte ich ein kleine Bild 200px * 200px dort eingestellt auf dem ein kleines weißes Töpfchen mit Chilisoße abgebildet war. Woher ich das Bild habe kann ich nach 6 Jahren nicht mehr genau sagen. Aber bestimmt nicht von Frau Knieper. Viele Bilder auf meiner Seite habe ich selber gemacht.

Ich hatte mal eine Webseite für ein thailändische Restaurant in Düsseldorf gemacht und dazu hatten wir an einigen Wochenenden zur Probe gegessen und viele Fotos gemacht. Im Zuge dessen sind hunderte Fotos entstanden. Bestimmt auch eines von einem Töpfchen mit Chilisoße. Ich müsste da mal "Nong Daa" fragen, die Chefin des Restaurants. Die Thailänder dekorieren gerne, also passt das Foto von der Chilisoße ganz gut zu "Nong Daa".

Wie auch immer. Ich dachte am nächsten Tag nach was ich nun machen sollte. Das Foto habe ich erst mal entfernt und in wenigen Minuten ein neues gemacht. Eine andere Schale mit einem anderen Hintergrund. Dann suchte ich mal das Internet nach dem Namen Knieper ab. Googeln nennt man das ja jetzt auf Neudeutsch. Und siehe da, ich fand folgenden Eintag: http://www.pcfreunde.de/forum/thema-2332-1/

Hier wird davon Berichtet, dass es jede Menge andere Abmahnungen oder wie man sich hier ausdrückt "Unterlassungsklagen" an Webseiten- und Forenbetreiber gibt. Über dieses Forum habe ich dann schnell zu anderen Foren- und Webseitenbetreiber Kontakt aufnehmen können. Inzwischen tauschen wir uns gegenseitig aus.


Zitat Ende

Auszug aus einem zweiten Erlebnisbericht


Zitat
Die Berichte von den Abmahnungen durch Herr Folkert Knieper von www.marions-kochbuch.de machen ja gerade so ein wenig die Runde im Netz.

Auch mich hat Herr Folkert Knieper von www.marions-kochbuch.de bereits letztes Jahr im September abgemahnt. Völlig ohne Vorankündigung und ohne sich mit mir vorher in Verbindung gesetzt zu haben. Und das muss er ja auch nicht.

Es ging um ein Bild, welches Bestandteil einer umfangreichen Satire/Parodie Serie namens "Achtung, nicht verwechseln" war. In dieser Satire/Parodie Serie wurden ähnlich klingende Begriffe per Illustration oder Zeichnung dargestellt. Um das ganze klarer zu machen, hier mal zwei Beispiele dafür:

Diese umfangreiche satirisch/parodistische Bilderserie wurde von zwei persönlichen Bekannten von mir erstellt. Am 12. Februar 2006 veröffentlichte ich einige Bilder dieser Bilderserie innerhalb eines Artikels auf diesem Blog, ohne Kenntnis einer angeblichen Urheberrechtsverletzung zu haben. Woher sollte ich diese Kenntnis auch haben, diese Bilder wurden nicht von mir erstellt, aber ich habe sie eben veröffentlicht und somit liegt die Verantwortung über diese Bilder natürlich bei mir. Das Bild, welches von Folkert Knieper abgemahnt wurde trug den Titel "Achtung, nicht verwechseln – Rinderbraten versus Printer raten" und sah wie folgt aus. Einen Bestandteil dieses Bildes habe ich entfernt, denn genau um diesen Bestandteil, den Rinderbraten, ging es in der Abmahnung.

Wie man sich denken kann ist der entfernte Bestandteil dieses Werkes eine Abbildung eines Rinderbratens. Die Größe dieses obigen Bildes entspricht der Original Größe meiner damaligen Veröffentlichung, somit sind auch die Verhältnisse identisch. Und genau dieser Rinderbraten Bestandteil dieses Werkes wurde von Folkert Knieper abgemahnt, da dieser laut seinen Aussagen von seiner Seite www.marions-kochbuch.de stammt. Und tatsächlich befindet sich auf seiner genannten Kochbuch Seite, von der ich zuvor noch nie etwas gehört hatte, eine solche Abbildung eines Rinderbratens. Der Ersteller dieses "Achtung nicht Verwechseln" Werkes hat also für sein neu geschaffenes Werk vermutlich eine Abbildung eines Rinderbratens im Internet gesucht, ist über die Google Bildersuche auf genau diesen Rinderbraten gestoßen, und hat ihn als Bestandteil seines neu geschaffenen Werkes verwendet. Das ist meine Vermutung.

Am 2. September 2006 lag dann eine Abmahnung von Folkert Kniepers Rechtsanwalt in meinem Briefkasten. Direkt nach Kenntnisnahme dieser Abmahnung löschte ich das erwähnte Bild völlig selbstverständlich von meinem Server, da ich erst durch diese Abmahnung Kenntnis einer möglichen Urheberrechtsverletzung erlangte. Wie bereits erwähnt habe ich also weder irgendwo ein Bild kopiert oder sonstiges, sondern ich habe ein Bild veröffentlicht, welches ein Bekannter (Designer und Mediengestalter) eigenhändig erstellt hat.

Der Gegenstandswert dieser Sache wurde von Folkert Kniepers Anwalt auf 6.000 Euro festgelegt und ich selber sollte ihm eine vorgefertigte und beigelegte Unterlassungserklärung unterschreiben und weiterhin die Gebühr in Höhe von 699,40 Euro auf das Konto seines Rechtsanwalts überweisen. Dies habe ich aber nicht getan, sondern noch am selben Tag einen Anwalt beauftragt.

Wir haben uns den Fall gemeinsam angeschaut, die sehr viel zu weit gefasste Unterlassungserklärung (laut der ich mich verpflichten soll keines seiner zu diesem Zeitpunkt 2564 Bilder zu vervielfältigen) modifiziert und fristgerecht unterschrieben, bezahlt haben wir nicht. Es gingen dann mehrere Schriftstücke hin und her, die Gegenseite blieb hartnäckig und letztendlich hat Folkert Knieper beim Hamburger Amtsgericht Klage gegen mich eingereicht. Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest. Allerdings hätte dieser Termin schon feststehen können, wenn der Anwalt von Folkert Knieper nicht mehrfach auf eine bestimmte Abteilung eines bestimmten Gerichts beharren würde.

Denn das Hamburger Amtsgericht, bei dem Herr Knieper und sein Anwalt Klage eingereicht haben, fühlte sich nicht zuständig und verwies auf das Amtsgericht Frankfurt am Main als den Begehungsort der mutmaßlichen Tat, da ich in dieser Stadt wohne.

Das aber wollte Folkert Kniepers Anwalt nun schon zum zweiten mal nicht akzeptieren und beharrt weiterhin auf das Amtsgericht Hamburg Mitte und dort im Speziellen auf die Abteilung 36a, bzw. 36c. [Anm. der Redaktion: Zuständig ist Richter Dr. Wolfgang Steinmetz, Spitzname: Seine Selbstherrlichkeit, siehe Seine Selbstherrlichkeit Richter Dr. Wolfgang Steinmetz (AG Hamburg) auf der Seite skrupelloser Abzocker auf Kosten jugendlicher Homepagebetreiber.] Folkert Kniepers Anwalt ging sogar nun soweit, dass er beantragte das Verfahren so lange auszusetzen bis verbindlich geklärt würde, welches Gericht nun für diesen Fall zuständig wäre. Und das obwohl das Hamburger Amtsgericht schon zum zweiten Mal mitgeteilt hatte, dass das Amtsgericht Frankfurt für diesen Fall zuständig wäre. Folkert Knieper und sein Anwalt versuchen also nun mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen, dass eine der beiden oben genannten Abteilungen des Hamburger Amtsgerichts diesen Fall verhandelt.

Jetzt kann man sich natürlich fragen warum die gegnerische Partei unbedingt diesen Verhandlungsort durchboxen möchte. Ich kann an dieser Stelle nur laut denken.

Meiner bescheidenen Vermutung nach, hat Herr Knieper anscheinend mit seinen Abmahnungen vor genau diesem Gericht schon gute Erfahrungen machen dürfen, anders kann ich mir sein penetrantes Beharren auf genau dieses Gericht nicht erklären. Letztendlich verfügt er vermutlich bereits über genügend Erfahrung im Abmahnwesen. Denn laut Jürgen Bechstein, ebenfall ein Abmahnopfer von Folkert Knieper und Betreiber des Fußballforums www.foros.de, trägt sein Fall intern bereits die Nummer "Fall 873". Nachzulesen ist das in einem Thread des abgemahnten Forums, in dem sich auch das "Marions Kochbuch Team" zu Wort meldete. Widersprochen wurde dieser Fallnummer nicht.


Zitat Ende


1.000 Euro für das Foto eines Brötchens
Aktenzeichen: RK 06/00147 CA/K/CA
Datum: 0000-00-00

Anwalt:

Roland Rotermund (Jg. 1965)
Ab 01.11.1998 Anwalt in eigener Kanzlei

Kanzlei:

Amtsgericht Hamburg
Sievekingplatz 1
D-20355 Hamburg
TV mit dem VgR TV mit dem VgR

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